Die Zahl der jungen Menschen ohne eine Lehrstelle oder einen Platz an einer weiterführenden Schule im Südwesten ist auf den tiefsten Stand seit Jahren gesunken. Ende September waren noch 449 Jugendliche ohne einen Platz. «Das sind 71,9 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Damit haben wir unsere Zusage aus dem Ausbildungspakt erfüllt», sagte die Chefin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Eva Strobel, am Montag in Stuttgart in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Der Ausbildungsmarkt ist entspannt.» Auch die Zahl der Altbewerber, die vor länger als einem Jahr von der Schule abgegangen sind, sei von 803 auf 244 gesunken. Als Gründe für die besonders positive Entwicklung nannte Strobel die gute Konjunktur und die vorausschauende Personalpolitik der Betriebe angesichts des sich abzeichnenden Fachkräftemangels.
Über die Agenturen für Arbeit hatten 71.640 junge Menschen, davon 78 Prozent mit Real- oder Hauptschulabschluss, nach Ausbildungsplätzen gesucht. Ihnen wurden 67.498 Lehrstellen angeboten. Die Zahl der Bewerber schrumpfte im Vergleich zum Vorjahr um 14 Prozent. Die Agentur für Arbeit steht sowohl jungen Leuten, als auch mit Mitarbeitern mit einigen Jahren Berufserfahrung mit Rat und Tat zur Seite. Berufe wie Europasekretär/in oder Fremdsprachkorrespondent/in werden oft gefragt.
Strobel machte auf die Möglichkeiten der Betriebe aufmerksam, mit staatlicher Hilfe auch schwächere Jugendliche einzustellen. «Die Agenturen bieten Unterstützung an, wenn Betriebe sich entschließen, solche Jugendliche auszubilden.» Die Fördermittel für die sozialpädagogische Betreuung von noch nicht ganz ausbildungsreifen jungen Menschen würden derzeit kaum abgerufen. Sehr erfolgreich sei dagegen die Einstiegsqualifizierung über ein staatlich gefördertes Praktikum. Daran hätten zum Stichtag im vergangenen März 3.800 junge Menschen teilgenommen, von denen in der Regel etwa 60 Prozent übernommen würden.
Arbeitsministerin Monika Stolz (CDU) lobte das Engagement der Firmen bei der Ausbildung. Es gelte nun, «einen langen Atem zu behalten».
Quelle: dpa/lsw |